Bier
Online-Shop
Pogorausch GbR - die Firma
Aktionen
Do It Yourself
Texte
Bilder
Videos
Gästebuch
Kontakt und Impressum

Pogorausch und Spendenaktionen

Als wir Pogorausch gründeten, waren wir uns einig, daß das kein rein kommerzielles Ding sein soll. Wir wollten damit auch etwas für die Punkszene tun – ohne dabei allerdings selbst finanziell ruiniert zu werden. Mit der Gründung von Pogorausch würden wir ja alle Firmenchefs werden und könnten entsprechend großzügig sein. Nicht so egoistisch wie die Manager der großen Firmen, sondern richtig dufte Typen, die nicht immer nur aufs Geld schauen. Daher hatten wir einige witzige Ideen: Freibierpartys, Verbesserung schlechter Tätowierungen, Unterstützung von ALG-Empfängern durch Ablehnung von Bewerbungen, gelegentliche Schwarzarbeit-Jobs für klamme Anarchisten, auch mal einem kriminalisierten Punk den Anwalt zahlen usw. Davon haben wir bisher nichts gemacht, da alles anders gekommen ist, als wir uns das gedacht haben. Das liegt vor allem am Geld, von dem wir nie so viel in der Tasche hatten, wie wir anfangs naiv gehofft hatten. Wir waren gleich bei unserem ersten Wohltätigkeitsprojekt, der Spendenaktion für Annabella, zu größenwahnsinnig, und haben uns durch Fehlkalkulationen beinahe selbst charity-bedürftig gemacht.

Als erstes wollten wir der 20jährigen schwerstbehinderten Annabella helfen, die seit ihrem 6. Lebensjahr im Rollstuhl sitzt und zu 100 % körperbehindert ist. Sie leidet unter dem Pelizaeus-Merzbacher-Syndrom. Das ist eine degenerative (d.h. immer fortschreitende, unheilbare) Krankheit des zentralen Nervensystems. Annabella ist völlig hilflos, hat ihre Sprache verloren, kann nur noch über eine Sonde ernährt werden. Aufgrund einer schweren Rückgratverkrümmung kann sie im Bett nur noch auf der linken Seite liegen, sitzen ist nur noch im Rollstuhl möglich. Für das Ein- und Aussteigen aus dem Rollstuhl wurde dringend ein Lift benötigt, denn durch das manuelle Heraus- bzw. Hineinheben geht nicht nur ihr Rücken, sondern auch der ihrer Eltern kaputt.


Annabella auf Rädern

Annabella freut sich

Annabellas Familie
Daher wollten wir für sie einen Hebelift kaufen, den CURATOR 3710000 von der Firma MEYRA. Die Krankenkasse wollte dafür nicht aufkommen, da man an Pelizaeus-Merzbacher normalerweise mit 18 Jahren stirbt, Annabella aber frecherweise weiterlebte. Also wollten wir die benötigten 4630,– Euro für den Lift aufbringen, indem wir von jedem verkauften Kasten Pralles Pils 50 Cent dafür beiseite legen. Wir waren davon überzeugt, daß wir in kürzester Zeit locker über 9000 Kästen verkaufen können. Dabei haben wir uns aber geirrt. Es hat viel zu lange gedauert – Annabellas Familie hat den Lift kaufen müssen, bevor wir ihnen das Geld geben konnten. Inzwischen haben wir das Geld zur Hälfte abgestottert, aber das war erstens peinlich und zweitens sehr schädlich für unsere Finanzen. 50 Cent pro Kasten können wir nicht abzweigen. Dafür sind Benzin, Autoreparaturen, Versicherungen usw. zu teuer.

Daher wird es vorerst keine Wohltätigkeitsaktionen von Pogorausch mehr geben. Solange Erich den ganzen Tag arbeitet und abends nicht weiß, was er sich aufs Brot schmieren soll, können wir uns es nicht leisten, anderen Leuten Geld zu schenken. Biervertrieb hat unter den momentanen Bedingungen keine hohe Gewinnspanne – wir können froh sein, wenn wir in den meisten Monaten ungefähr auf Null kommen. Das bedeutet, daß wir weder Bands noch Sportgruppen kostenlos mit T-Shirts oder Bier versorgen können. Alle lustigen und ernsten Wohltätigkeitsideen können wir nur mit dem entsprechenden Wohlstand realisieren. Wir haben nicht vor, zu Kommerzschweinen zu werden, müssen aber den finanziellen Realitäten Rechnung tragen. Ende 2011 bedeutete das schließlich, dass wir ganz aufhören mussten – jetzt gibt es keine Pogorausch GbR mehr.

 
 
© 2007 Pogorausch GbR • AGBDisclaimerWebmaster