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Ist Pogorausch Punk?

Aus einigen Gründen könne Pogorausch nicht Punk sein, meinen einige. Woran merkt man eigentlich, daß etwas Punk ist? Genügt es schon, ein Etikett im Punk-Stil auf eine Bierflasche zu kleben? Leider gibt es bisher keine weiteren Punkbiermarken, so daß man einen Vergleich darüber anstellen könnte, wer nun "punkiger", also authentischer und glaubwürdiger und echter ist. Bei Schallplatten fällt es den meisten leicht, zu entscheiden, ob das Punk ist oder nicht. Bei Klamotten gilt das auch. Welches sind da die Kriterien, und läßt sich das auf Bier übertragen?

Damit eine Schallplatte als Punk gelten kann, muß sie vom musikalischen Inhalt her punkkompatibel sein, also einer gewissen Menge Personen gefallen, die selbst Punk sind – aber bei weitem nicht allen! Es muß auch eine gewisse kulturelle und stilistische Nähe zu den anderen Punkplatten bestehen. Genauer kann man das nicht angeben, weil es da so große Unterschiede gibt (77er-, Hardcore-, Oi-, Peace-, Deutsch-, Polit-Punk usw.). Wenn man etwas strenger ist, muß man verlangen, daß die Platte bei einem Independent-Underground-Label oder im Selbstverlag, auf keinem Fall aber bei einem Major erschienen ist. Und wenn man noch strenger ist, muß man Strichcodes ausschließen und auf möglichst viel DIY bestehen. Also z.B. ein selbstbedrucktes und -gefaltetes Cover, selbstgebrannte CDs oder handgeschnitztes Vinyl. Bei Klamotten ist es auch relativ einfach. Punk ist alles, was dem Stereotyp entspricht: Springerstiefel oder Chucks; Jeans, Armeehose, Bondagehose oder Schottenrock; Lederjacke oder Weste mit Aufschriften, Nieten, Aufnähern und Buttons; mit Bandnamen oder Politparolen bedruckte T-Shirts; am besten alles zerrissen und schmutzig oder auch nicht (je nach Style). Aber auch hier sind riesige Abweichungen möglich, außerdem gibt es Vermischungen mit verwandten Jugendkulturen, z.B. Skinhead, Gruft, Hippie und anderem Müll (sogar Metal). Man kann hier auch etwas strenger vorgehen und bestimmte Marken verbieten, z.B. darf das Nietenhalsband nicht von H&M kommen. Im Prinzip steckt dahinter genau wie beim Verbot von Majorlabels ein Angriff auf den Warencharakter, wie er schon in CRASS' "Punk is dead" und bei den Situationisten laut wurde. Allerdings geht Punk damit schon immer inkonsequent um. Wer ganz streng ist, muß jede Verkaufstätigkeit prinzipiell ablehnen – das wird allerdings von den wenigsten getan.

Wo steht da Pogorausch? Unser Pralles Pils wird den lockereren Kriterien problemlos gerecht: der Inhalt (also das Bier) wird von einer gewissen Menge Punks gemocht (aber nicht von allen). Es hat auch eine gewisse kulturelle Nähe zu Punk, weil das Saufen (genau wie viele andere, aber leider illegalen Drogen) zum selbstzerstörerischen, exzessiven Lebenswandel der Punks gehört. Das Pralle Pils erscheint auch nicht auf einem Majorlabel. Das heißt, es ist kein Marketing-Gag von Inbev, Oettinger, Sternburger oder Paulaner. Es "erscheint" sozusagen auf einem "Underground-Label", nämlich bei der Pogorausch Gbr. Die Pogorausch GbR ist eine unabhängige Firma, die allein in den Händen von Punks ist. Das Pralle Pils hat auch keinen Strichcode. Aber es ist insofern kein DIY, als wir es nicht selbst brauen. Das lassen wir eine kleine Firma machen, die das auch wirklich kann. Das ist aber nur bei den allerwenigsten Punk-Schallplatten anders. Oder wie viele Bands haben ihr eigenes Preßwerk? Wir wollen halt nicht, daß unser Bier so arm schmeckt, wie sich selbstgeschnitztes Vinyl anhören würde.

Ain't it just a rip-off? Oi! Oi! Oi!Das Etikett des Prallen Pils ist auch Punk, weil es vielen Stereotypen gerecht wird. Es gibt darauf den unsterblichen Irokesenschnitt, das Anarchie-A, den Molli, die Vermummung, Netzstrümpfe, den Pogoschritt usw. Es gibt sogar die Frakturschrift, die sich heutzutage nicht einmal mehr die Faschos benutzen trauen. Man könnte nun sagen, daß es gerade das Ausbrechen aus Stereotypen ist, das Punk ausmacht. Aber das ist nur halb war: man tauscht die spießigen bürgerlichen Vorschriften lediglich gegen einen anderen Satz von (ästhetischen, politischen und kulturellen) Vorschriften ein. (Wer das nicht glaubt, sollte sich mal völlig anders als seine Punkkumpels stylen und die Reaktionen abwarten!) Pogorausch springt auch nicht auf den Zug auf, wie das H&M tut. Wir kommen alle aus der Szene.

Wenn man ganz streng ist und nichts als Punk bezeichnen will, das als Ware auf dem Markt auftaucht oder auftauchen kann, dann ist Pogorausch kein Punk, denn unser Pralles Pils ist eindeutig eine Ware. Allerdings wären dann auch so gut wie alle Tonträger, Fanzines, Konzerte, Klamotten und Haarschnitte, die man üblicherweise mit Punk gleichsetzt, nicht Punk.

Wenn Punk aber "Hauptsache billig!" bedeutet, dann ist Pogorausch kein Punk, denn Oettinger und die Hausmarken der Supermarktketten sind billiger. Aber Saturn Hansa ist dann halt schon Punk, und dann wollen wir auch gar nicht dazugehören.

Und wenn Punk nur Musik und nur eine Kleidungsvorschrift ist, dann ist Pogorausch auch kein Punk, weil wir solche Grenzen aufsprengen wollen (selbst wenn einige von uns Musik machen und sich auch weitestgehend an die Kleidungsvorschrift halten).

Es würde uns schwer interessieren, was Ihr davon haltet. Geschrieben hat den Text Peter, dem Ihr schreiben könnt.

 
 
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